Wie bindet man ein Standard-Rig für das Karpfenangeln?
Speziell für Beet stellt der erfahrene belgische Karpfenangler Ronny De Groote in einer Artikelreihe verschiedene Karpfen-Rigs vor. Dabei konzentriert er sich auf das beste Rig für jede spezifische Situation – denn laut Ronny gibt es nicht das eine perfekte Vorfach. Im ersten Teil beginnt Ronny mit dem Standard-Rig, das er auf sauberem Grund verwendet.
Ein Standard-Rig für den Erfolg!
Zu glauben, dass es das ultimative Rig gibt, das unter allen Bedingungen jeden Karpfen fängt, ist illusorisch. Karpfen fressen auf unterschiedliche Weise – das lässt sich gut beobachten, wenn sie an der Oberfläche fressen. Der eine Karpfen schwimmt zielstrebig auf das schwimmende Futter zu und saugt es ohne Zögern ein, während andere sehr vorsichtig fressen. Die Botschaft, die ich vermitteln möchte: Verwende unterschiedliche Rigs, wenn du möglichst viele Karpfen am Platz haken möchtest. Ich beginne mit einer Analyse des Standard-Rigs, das ich beim Angeln auf sauberem Sandgrund verwende.
Welches Vorfachmaterial brauchst du?
Es gibt viele verschiedene Arten von Vorfachmaterial. Meine Präferenz liegt bei beschichtetem Vorfachmaterial – einem weichen Dyneema-Kern, ummantelt mit Kunststoff. Dieses Material lässt sich auf verschiedene Arten einsetzen. Entfernt man die Beschichtung, bleibt nur der flexible Dyneema-Kern. Mit Beschichtung ist das Material steifer – ideal für ein Standard-Rig. Dyneema hat im Vergleich zur Tragkraft einen sehr geringen Durchmesser und ist oft schwimmfähig. Durch die Ummantelung wird dieser Auftrieb neutralisiert. Dennoch bringe ich etwas Knetblei auf dem Vorfach an, um es flach auf den Gewässergrund zu legen.
Welches Hakenköder ist ideal für dein Rig?
Da ich gerne kleine Köder verwende, nutze ich auch kleinere Haken – meist Größe 6 oder 8 vom Typ „Curved Hook“. Selbst bei größeren Ködern (20 mm+) verwende ich selten größere Haken. Der Grund: Kleine Haken fassen schneller, sobald sie ins Karpfenmaul eindringen. Wenn der Hakenbogen vollständig sitzt, wird der Druck während des Drills optimal verteilt. Im Gegensatz dazu greift bei einem zu großen Haken oft nur die Spitze, was zu Aussteigern führt. Viele Fragen zu Rigs drehen sich um das Thema Aussteiger – oft liegt es am Haken.
Die richtige Hakengröße ist entscheidend!
Ein zu kurzes Haar ist häufig das Hauptproblem. Es verdeckt den Haken durch den Köder und verhindert ein sauberes Fassen. Oft greift dann nur die Hakenspitze und schneidet ins Fischmaul – mit Aussteigern als Folge. Auch ein Aufbiegen oder Brechen des Hakens kann passieren. Häufig wird dann zu einem größeren Haken gegriffen – doch das führt oft zu einem unausgewogenen Rig. Daher ist ein etwas längeres Haar mit normalem Haken immer besser als ein überdimensionierter Haken mit zu kurzem Haar.
Länge des Vorfachs bestimmen
Beim Angeln auf hartem Grund beträgt die Vorfachlänge bei mir meist 15 bis 20 cm. Besteht die Gefahr, dass das Blei samt Köder im weichen Grund einsinkt, verwende ich ein längeres Vorfach. Um regelmäßig Karpfen zu fangen, muss dein Köder für sie sichtbar sein. Wird dein Boilie vom Schlamm verschluckt, funktioniert das nicht. Ein einfacher Trick zur Kontrolle: Rieche am Hakenköder – riecht er stark nach Schlamm, hilft ein längeres Vorfach, eventuell kombiniert mit einem Pop-Up. Um die ideale Vorfachlänge zu finden, kontrolliere regelmäßig die Einstichstelle. Liegt sie tiefer als fünf Zentimeter, ist das Vorfach vermutlich zu lang. Ich strebe eine Tiefe von 1,5 bis 3 cm an.
Aggressiveres Haken ist der Schlüssel
Es gibt viele kleine Details, die die Hakeffizienz verbessern. Eines davon ist der Line Aligner: Als Jim Gibbinson ihn entwickelte, erkannte er, dass ein verlängerter Hakenschenkel die Aggressivität des Hakens deutlich steigert. Dabei führte er das Vorfach durch die Schrumpfschlauchwand auf der Innenseite des Hakens. Auch wenn fertige Aligner erhältlich sind, bevorzuge ich klassischen Schrumpfschlauch. Um die Aggressivität zu steigern, sollte das Haar dort austreten, wo die Hakenbiegung beginnt. Wenn der Karpfen den Köder einsaugt und das Vorfach sich spannt, bewirken das Gewicht des Hakens und der Köderwiderstand ein schnelles Drehen der Hakenspitze nach unten.
Um das Haar an der richtigen Stelle zu fixieren, verwende ich einen 2 mm großen Hookbead (Gummistopper). Alternativ funktioniert auch ein 3–4 mm langes Stück Silikonschlauch. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Position des Beads oder Schlauchs kann Hinweise auf unbemerkte Bisse geben. Wird er in Richtung Hakenöhr verschoben, deutet das darauf hin, dass ein Karpfen das Rig aufgenommen und wieder ausgespuckt hat. Ohne zu flüchten, hat er sich durch Muskelbewegungen im Maul vom Haken befreit – Zeit, dein Rig zu optimieren!
Abschließend
Hast du noch Fragen zum richtigen Binden von Rigs? Dann wende dich an unseren Kundenservice – wir helfen dir gerne weiter. Oder besuche uns in einem unserer Angelläden in Almelo, Lelystad, Rijen oder Steenwijk!
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