So fängst du Karpfen in der Laichzeit!
Wenn du Karpfen während der Laichzeit gesehen hast, vergisst du das so schnell nicht wieder. Das Wasser spritzt in alle Richtungen, Männchen und Weibchen jagen sich im flachen Wasser. Plötzlich scheint alle Scheu verschwunden – sie achten nicht mehr auf ihre Umgebung und haben nur noch Augen füreinander.
Wann genau die Laichzeit beginnt, ist von Gewässer zu Gewässer unterschiedlich. Sobald das Wasser eine Temperatur zwischen etwa 17 und 20 Grad erreicht, erkennt der Karpfen, dass die Laichzeit angebrochen ist. Durch die raue Fortpflanzung an Steinen oder Uferbefestigungen verletzen sich die Fische manchmal – zum Glück heilen diese Verletzungen meist vollständig aus.
Viele Karpfen auf kleinem Raum
In kleineren, flachen Gewässern steigen die Temperaturen schneller. Besonders bei klarem Wasser und starker Sonneneinstrahlung erwärmt sich das Wasser rasch. Der Karpfen spürt das und sammelt sich vermehrt in diesen flachen Bereichen. Wenn das Laichspektakel beginnt, scheinen die Karpfen nur noch an Fortpflanzung zu denken.
Mehrere Männchen schwimmen aufdringlich hinter einem Weibchen her, buhlen um Aufmerksamkeit und versuchen es zur Eiablage zu animieren. Wenn das Weibchen das Männchen als geeignet empfindet, legt es seine klebrigen Eier bevorzugt auf Wasserpflanzen im Flachwasser ab. Gleichzeitig entlässt das Männchen seinen Samen. Das Ganze geht oft so wild zu, dass Pflanzen herausgerissen werden und das Wasser schäumt!
In dieser Phase nehmen Karpfen ihre Umgebung kaum wahr. Durch Kollisionen mit Steinen oder Uferstrukturen entstehen oft Blessuren – diese heilen jedoch meist problemlos ab.
Ein Kampf ums Überleben!
Nach der Befruchtung dauert es 3 bis 8 Tage, bis die Eier schlüpfen – je nach Wassertemperatur. In den ersten Tagen lebt das Karpfenbaby von seinem Dottersack und muss noch keine Nahrung aufnehmen. Nach einigen Tagen füllt es erstmals seine Schwimmblase mit Luft, steigt zur Oberfläche und misst etwa 1 cm. Ab jetzt muss es selbst überleben. Es ernährt sich von Mikroplankton und wächst schnell. Ab 2 cm ist der kleine Karpfen voll entwickelt – mit sichtbaren Schuppen und Flossen. Doch überleben ist in diesem Stadium das große Ziel.
Obwohl Karpfen Millionen Eier legen, überleben nur wenige Jungfische die ersten Monate. Viele Fischarten ernähren sich von den proteinreichen Jungfischen – sogar Karpfen selbst fressen gelegentlich ihren Nachwuchs. Auch die Temperatur ist entscheidend für den Erfolg der Fortpflanzung: je wärmer, desto schneller schlüpfen und wachsen die Jungfische. In den Niederlanden ist das Wasser eher kühl, sodass junge Karpfen lange gefährdet sind.
Viel Bewegung – wenig Futter
In den Niederlanden ist die Karpfenlaichzeit meist wenig erfolgreich. Nur in kleinen, abgeschlossenen Gewässern mit wenig Raubfischen bestehen Chancen. Ohne regelmäßige Besatzmaßnahmen durch Zuchtkarpfen würde sich der Bestand hier nicht halten. Die Jungfische wachsen langsam und müssen bis zum Herbst Reserven aufbauen – gelingt das nicht, überleben sie den Winter oft nicht. Erst nach einem Jahr steigen die Überlebenschancen deutlich.
Während der Laichzeit fressen Karpfen kaum. Sie verlieren ihre Scheu völlig und nehmen kaum Nahrung auf – daher sind sie in dieser Zeit schwer zu überlisten. Aber gerade vor und nach der Laichzeit ergeben sich tolle Möglichkeiten! Nicht alle Fische laichen gleichzeitig, viele verweilen noch an den Laichplätzen. Konzentriere dich also auf diese Zonen – flaches, sauerstoffreiches Wasser ist in der Laichzeit besonders erfolgversprechend.
Die Technik während der Laichzeit
Kleine Futterplätze entlang der Wanderwege zu den Laichgebieten sind vor und nach dem Laichen besonders effektiv. Während der Laichzeit fischst du am besten mit Chod- oder Ronnie-Rigs. Auffällige Köder wie fluoreszierende Pop-Ups in Pink, Gelb oder Orange sind sehr erfolgreich! Weiche deine Pop-Ups mit Liquids oder Zusätzen ein, um ihre Lockwirkung zu verstärken – perfekt für Single-Hookbait-Angeln (nur ein einzelner Köder ohne Beifutter).
Kurz nach der Laichzeit – meist Ende Mai oder Anfang Juni – steigen die Futterbedürfnisse der Karpfen rapide an. Jetzt kannst du die Futtermenge deutlich erhöhen! Mit durchdachten Futterplätzen kannst du die Karpfen über längere Zeit binden und regelmäßig fangen.
Wenn du in dieser Zeit einen Karpfen fängst, geh besonders vorsichtig mit ihm um: Keine Aufbewahrungssäcke, möglichst kurz über Wasser halten und den Drill nicht unnötig in die Länge ziehen. Karpfen sind nach dem Laichen geschwächt – behandle sie mit Respekt. Vielleicht hast du ja gerade einen Karpfen gefangen, der für eine neue Generation gesorgt hat!
Abschließend
Hast du weitere Fragen zum Karpfenangeln während der Laichzeit? Dann kontaktiere gerne unseren Kundenservice – wir helfen dir gerne weiter. Oder besuche uns in einem unserer Angelsportgeschäfte in Lelystad oder Steenwijk!
Willst du auch bei deiner nächsten Karpfensession erfolgreich sein? Dann sichere dir schnell die richtigen Karpfenartikel – vielleicht fängst du schon bald deinen persönlichen Jahresrekord!
Viel Erfolg in den kommenden Wochen – und wenn du Tipps für andere Angler hast, teile sie gerne mit uns!